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10
Jahre CLAAS GUSS Konstrukteurstage
Mit großer positiver Resonanz gingen Anfang
Juni die 6. Internationalen CLAAS GUSS Konstrukteurstage
zu Ende. Das Angebot der alle zwei Jahre stattfindende
Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr ihr 10jähriges
Jubiläum feierte, wurde inzwischen von über
1100 Kunden genutzt. Auch in diesem Jahr fanden
wieder fast 200 Besucher den Weg in das Nortorfer
Gusswerk, den diesjährigen Veranstaltungsort.
Die enge Zusammenarbeit
zwischen dem Kunden und „seiner“ Gießerei
ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche
Abwicklung von Projekten. Nur bei einer frühzeitigen
Zusammenarbeit und einem hohen Maß an gegenseitigem
Verständnis für die Arbeit des jeweils
anderen können gemeinsam optimale Lösungen
entwickelt werden.
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Internationale
CLAAS GUSS Konstrukteurstage 2008
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Das
bezieht sich sowohl auf die gemeinsame Bauteilentwicklung
als auch auf andere im Vorfeld zu leistende Abstimmungsarbeit,
wie beispielsweise die präzise Definition der
Bauteilspe-zifikationen im Rahmen der Bauteilbestellung.
Dieser offene, partnerschaftlich geprägte Umgang
zwischen den Kunden und dem Lieferanten möchte
gepflegt werden - das ist die Überzeugung der
Bielefelder CLAAS GUSS GmbH. Daher ist es dem Unternehmen
wichtig, seinen Kunden immer wieder Einblick in
den Fertigungsprozess des Gießens und in aktuelle
Entwicklungen in diesem Umfeld zu geben.
Die CLAAS GUSS Konstrukteurstage bieten hierfür
das ideale Forum. Interessierten Kunden wurde im
Rahmen eintägiger Seminarveranstaltungen die
Möglichkeit gegeben, sich vor Ort in der Gießerei
über aktuelle Trends und Neuerungen zum Thema
Gusseisenbauteile zu informieren.
In den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung
in erster Linie an Konstrukteure gewandt. Dieser
Fokus wurde auch in diesem Jahr nicht aus den Augen
verloren, jedoch durch das Angebot eines eigenen
„Einkäuferta-ges“ ergänzt.
Diese Neuerung trug der Tatsache Rechnung, dass
Gusspro-dukte keine Ware von der Stange sind, sondern
„maßgeschneiderte“ Lösungen
technischer Probleme darstellen. Bei der Entwicklung
anspruchsvoller Bauteile spielen Gießereien
daher als strategische Partner eine nicht zu vernachlässigende
Rolle. Einen entsprechenden Stellenwert hat daher
die Beziehung zum strategisch ausgerichteten Einkauf.
Angesichts der Tatsache, dass die CLAAS GUSS Gruppe
ca. 30% ihres Umsatzes im direkten Export tätigt,
wurde dem internationalen Publikum am Freitag den
6.7.08 ein eigener englischsprachiger Tag angeboten,
der entsprechendes Echo fand. Gäste aus 8 Nationen
nutzten dieses Angebot. |
Simulationswerkzeuge
in der Produktentwicklung
Ein Themenschwerpunkt der Vorträge zur diesjährigen
Veranstaltung für Konstrukteure war der Einsatz
von Simulationsprogrammen in der modernen Produktentwicklung.
Festigkeitsberechnung, Lebensdauervorhersagen, Topologieoptimierung
und die Simulation von Fertigungsprozessen bieten
heute bisher nie dagewesene Möglichkeiten und
sind aus den Entwicklungs-abteilungen kaum noch
wegzudenken.
Im Rahmen von Vorträgen wurde gezeigt, welche
Methoden derzeit bei der Entwicklung von Gussbauteilen
eingesetzt werden und welche Chancen sich hiermit
für die Bauteilgestaltung bieten. Hier ist
vor allem das Feld der Topologieoptimierung zu nennen.
Die Übertragung der Konstruktionsregeln der
Natur auf die Gestaltung technischer Bauteile lässt
sich vor allem für Leichtbauansätze hervorragend
nutzen.
Dr. Meyer-Prüßner aus dem Haus VW bewies
dies sehr anschaulich anhand einer Vielzahl von
Bauteilbeispielen aus der inzwischen zehnjährigen
Erfah-rung, die er in diesem Arbeitsgebiet bei VW
gesammelt hatte. Dabei betonte er die Wichtigkeit
einer engen Zusammenarbeit mit den fertigenden Unternehmen
bei der Umsetzung der Designvorschläge aus
der Topologieoptimierung. Hier zeigten sich sehr
ähnliche Ansatzpunkte, wie sie auch von CLAAS
GUSS vertreten wurden.
CLAAS GUSS zeigte anhand von eigenen Beispielen,
warum es sinnvoll ist, als Gießerei Topologieoptimierung
als Dienstleistung anzubieten. Die Ergebnisse der
Topologieoptimierung sind nämlich nur sehr
grobe Designentwürfe, die erst noch in einen
fertigungsgerechten CAD-Entwurf überführt
werden müssen. Gerade bei diesem Schritt ist
eine Gießerei mit ihrem Expertenwissen zum
Fertigungsprozess, dass genau bei diesem Schritt
in die Produktentwicklung einfließen muss,
der ideale Partner.
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Entwicklung
eines Motorsockels unter Einbeziehung der Topologie-optimierung:
(a) Ergebnis der Topologieoptimierung, (b) FEM-Validierung
des aus der Topologieoptimierung abgeleiteten Bauteil-entwurfs,
(c) reales Bauteil
Beim Umgang mit Simulationssoftware darf jedoch
nie außer Acht gelassen werden, dass man sich
hier auf Beschreibungen der Realität durch
vereinfa-chende Modelle verlässt. Am Beispiel
der Gießsimulation zeigte CLAAS GUSS exemplarisch,
welche Teilprozesse durch die Simulation alle abgebildet
werden müssen und wie komplex sowohl die physikalischen
Vorgänge als auch die Bereitstellung der entsprechenden
Basis an Eingangsdaten ist. Möglichkeiten,
aber auch Grenzen der Simulation des Fertigungsprozesses
Gießen wurden hier beleuchtet. Quasi „ganz
nebenbei“ bot sich hierdurch die Gelegenheit
eine Vielzahl von Zusammenhängen rund um den
Gießprozess zu erläutern. |
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| Simulation komplexer Vorgänge:
Gießsimulation |
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Beim Umgang mit
Simulationssoftware darf jedoch nie außer
Acht gelassen werden, dass man sich hier auf Beschreibungen
der Realität durch vereinfa-chende Modelle
verlässt. Am Beispiel der Gießsimulation
zeigte CLAAS GUSS exemplarisch, welche Teilprozesse
durch die Simulation alle abgebildet werden müssen
und wie komplex sowohl die physikalischen Vorgänge
als auch die Bereitstellung der entsprechenden Basis
an Eingangsdaten ist. Möglichkeiten, aber auch
Grenzen der Simulation des Fertigungsprozesses Gießen
wurden hier beleuchtet. Quasi „ganz nebenbei“
bot sich hierdurch die Gelegenheit eine Vielzahl
von Zusammenhängen rund um den Gießprozess
zu erläutern.
Vertieft wurden diese Themen durch zwei Gastvorträge
zum Thema ferti-gungsbedingte Eigenspannungen. Prof.
Ernst Warnke (Siempelkamp-Gießerei) und Herr
Peter Oberschelp (Institut für Gießereitechnik,
Düsseldorf) gingen in ihren Vorträgen
auf die Entstehung, Messung und Berechnung von Eigenspannungen
ein. Eigenspannungen sind für Konstrukteure
vor allem im Hinblick auf Überlagerung mit
den Bauteilspannungen in Folge der im Betrieb auftretenden
Lasten wichtig. In beiden Vorträgen wurde deutlich,
dass für die präzise quantitative Simulation
von Eigenspannungen derzeit noch For-schungsaktivitäten
erforderlich sind, dass entsprechende Projekte jedoch
derzeit bearbeitet werden.
Herr André Heinrietz vom LBF in Darmstadt
stellte den aktuellen Stand der Betriebsfestigkeitsberechnung
für Gusseisenbauteile vor und ging hierbei
auch auf aktuelle Forschungsvorhaben ein, die darauf
abzielen, die Vorhersa-gegenauigkeit deutlich zu
erhöhen. Hierbei wurde deutlich, dass die Betriebs-festigkeitsrechnung
derzeit zwar schon ein hilfreiches Werkzeug in der
Produktentwicklung ist, aber dennoch viele Bereiche
weitere Forschungsakti-vitäten erfordern. Insbesondere
die Berücksichtigung der lokalen Mikrostruktur
hat sich als wichtig erwiesen, wobei es hierfür
derzeit noch keine standardi-sierten Vorgehensweisen
gibt.
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Nur
Information hilft, Missverständnisse zu vermeiden
Sowohl die maßliche
Bemusterung nach CAD-Daten als auch die Möglichkeiten
und Grenzen der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung
von Gusseisenbauteilen hatten in der Vergangenheit
gelegentlich zu Missverständnissen geführt.
Im Rahmen der Konstrukteurstage 2008 nutzte CLAAS
GUSS die Gelegenheit, hier Aufklärungsarbeit
zu leisten.
„Klarheit von Anfang an“ sollte das
Motto der präzisen Gussteilbestellung sein.
Die Mitarbeiter des Unternehmens zeigten hierzu
an Beispielen exemplarisch, was im Vorfeld an Prüfmerkmalen
und Gussteileigenschaften definiert sein sollte,
um Missverständnisse zu vermeiden.
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Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung:
Magnetpulver-Rissprüfung |
Bauteilvermessung nach CAD-Daten (a) Messaufbau, (b/c) Ergebnisdarstellungen |
Einkäufertag
Im Zuge der Konzentration auf Kernkompetenzen, die
zahlreiche Unternehmen heute verfolgen, gewinnt
die Kompetenz von Lieferanten eine immer größere
Bedeutung. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, haben
sich erfolgreiche Gießereien längst über
das fachgerechte Abgießen von Kundenentwürfen
hinaus weiterentwickelt und ihr Angebot deutlich
erweitert. CLAAS GUSS zeigte im Rahmen des Einkäufertages
seine Produktentwicklungskompetenz anhand einer
Vielzahl von Beispielen für gemeinsame Bauteilentwicklung
mit seinen Kunden.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung strategischer
Kunden-Lieferante-Beziehungen beleuchtet. Herr Martin
Ziebell (Sauer Danfoss) stellte beispielhaft die
Sicht eines Kunden auf diese Beziehungen dar. Das
Unternehmen Sauer Danfoss produziert mit fast 10
000 Mitarbeitern an weltweit 22 Standorten Komponenten
und Systeme für mobile Arbeitsmaschinen. Vor
dem Hintergrund einer enormen Wachstumsentwicklung
im Bereich Mobilhydraulik ist, so stellte Herr Ziebell
heraus, eine der größten Herausforderungen
im Einkauf die Sicherstellung der ständig steigenden
Bedarfsmenge.
Das Kunden-Lieferanten-Verhältnis sei für
das Unternehmen Sauer Danfoss eine wichtige Basis
für die Weiterentwicklung. Die Auswahl und
Entwicklung strategischer Lieferanten werde mit
entsprechender Sorgfalt betrieben und basiere auf
einem partnerschaftlichen Umgang miteinander. Periodische
Bewertungen der Performance spielen dabei ebenso
eine Rolle wie die Einführung eines Bonus-Malus-Systems.
Daher habe man auch bei Lieferanten für entscheidende
Bauteile keine Sorge vor Single Sourcing. Die Innovati-onskraft
von Zulieferern sei ein entscheidendes Kriterium
für die Auswahl. Lieferanten werden bei Sauer
Danfoss als Projektmitglieder behandelt. Dies geht
mit der Erwartung einher, dass der Lieferant eigene
innovative Ideen einbringt und so zur Verbesserung
des Produktes beiträgt. In diesem Zusam-menhang
betonte Herr Ziebell auch die langjährige gute
Zusammenarbeit zwischen Sauer Danfoss und CLAAS
GUSS.
Neben dem Angebot spielen für Einkaufsentscheidungen
selbstverständlich auch die Kosten eine entscheidende
Rolle. Die erschreckend rasante Entwicklung auf
den Rohstoff- und Energiemärkten, die in der
letzten Zeit zu beobachten war, wurden von Prof.
Rüdiger Deike (Universität Duisburg-Essen)
in den weltwirtschaftlichen Zusammenhang gestellt.
Prof. Deike zeigte auf, dass bedingt durch das enorme
Wachstum, vor allem in China, die weltweite Stahlproduktion
derzeit eine revolutionäre Entwicklung durchmacht.
Hinsichtlich der Marktentwicklung für die Rohstoffe
unterschied er zwischen der Marktentwicklung im
Erz- und Koksbereich und der Entwicklung am Schrottmarkt.
Sowohl der weltweite Handel mit Hochofenkoks als
auch der mit Erzen liegt heute in den Händen
einiger weniger Lieferanten. So werden ca. 75% des
Weltkokshandels über China und Polen abgewickelt,
während die Erzproduktion durch drei Unternehmen
in Brasilien und Australien dominiert wird. Für
diese Rohstoffe haben sich - teilweise fast unbemerkt-
Oligopole gebildet, die in hohem Maße für
die Preisgestaltung verantwortlich sind.
Die Preisentwicklung im Stahlschrottbereich ist
stärker durch die schnelle Verschiebung von
Märkten geprägt. Hier spielt vor allem
in den letzten Wochen das Einkaufsverhalten der
Türkei eine wichtige Rolle, die sich in letzter
Zeit vermehrt von westeuropäischen Märkten
versorgt. Prof. Deike hob hervor, dass die Gussproduktion
lediglich 1/10 der Stahlproduktion ausmache, aber
beide Industriezweige auf die gleichen Rohstoffmärkte
zugriffen. Daher haben die Gießereien mit
ihrer Marktposition keine Einflussmöglichkeiten
auf die Entwicklung der Marktpreise.
Da gegenwärtig große Stahlwerkskapazitäten
in Russland, dem derzeit größten Exporteur
von Stahlschrott in Europa, aufgebaut werden, geht
Prof. Deike davon aus, dass die russische Exportquote
an Stahlschrott sich mittelfristig rückläufig
entwickeln wird, so dass wohl mit einem weiterhin
hohen Niveau der Stahlschrottpreise zu rechnen ist.
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Grau
ist alle Theorie …
… daher war das Ziel der Konstrukteurstage
auch in diesem Jahr, einen starken Praxisbezug zu
vermitteln. Dies geschah zum einen im Rahmen der
Workshops, die teilweise praktische Vorführungen
beinhalteten, zum anderen wurde den Gästen
die Gelegenheit gegeben, sich die Fertigung von
Gussei-senbauteilen im Rahmen einer Betriebsbesichtigung
anzuschauen. Schon ein kurzer Rundgang durch eine
Gießerei vermittelt ein grundlegendes Verständnis
der Prozesse und lässt deutlich werden, welche
Möglichkeiten das gießende Fertigungsverfahren
im Hinblick auf die Gestaltungsmöglichkeiten
von Bauteilen bietet.
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Möglichkeiten der komplexen
Formgebung durch Gießen |
Wie auch in den vergangenen Jahren war diese Besichtigung
für viele Besucher, die zum ersten Mal eine
Gießerei sahen, ein wirkliches Highlight.
Nortorf, den 06.06.08 |
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