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  Werkstoffe / ADI

ADI (Austempered Ductile Iron) bezeichnet eine Gruppe von Gusseisenwerkstoffen, bei denen durch eine Wärmebehandlung eine spezielle Mikrostruktur eingestellt wird. Diese Struktur aus Austenit und nadeligem Ferrit wird auch als „Ausferrit“ bezeichnet. Auch die Bezeichnung „zwischenstufenvergütetes Gusseisen“ ist üblich. In der älteren Literatur wurde diese Struktur auch häufig als „bainitisches Gusseisen“ bezeichnet.

Mit ihrem Eigenschaftsprofil stoßen die zähen ADI-Sorten in einen Anwendungsbereich vor, der bisher den Schmiedestählen vorbehalten war. Im Vergleich zu Stahl hat ADI jedoch wegen seines hohen Graphitanteils eine etwa 10 % geringere Dichte, was diese Werkstoffgruppe auch unter Leichtbaugesichtspunkten attraktiv macht. Darüber hinaus sorgen sowohl der Graphit als auch die ausferritische Matrix für eine hervorragende Materialdämpfung, was für viele Anwendungen wie beispielsweise den Getriebebau Vorteile bietet.

Die hochfesten Sorten finden vor allem dort Einsatz, wo ein hoher Verschleißwiderstand gefordert ist, so zum Beispiel in Bodenbearbeitungsmaschinen des Landmaschinenbaus oder im Bergbau. Hier treten sie in Konkurrenz zu Manganhartstählen oder zu hochlegiertem, weißen Gusseisen. Gegenüber diesen Werkstoffen ist ADI jedoch häufig die wirtschaftlichere Lösung.

Der Verschleißwiderstand kann über das Einbringen von harten Karbiden zusätzlich gesteigert werden. Die Gruppe der sogenannten karbidischen ADI-Werkstoffe (CADI) ist derzeit nicht genormt.

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